Angst vor Innovation überwinden

Innovation LOOPINGS Mut Hobby zum Beruf

Ich breche heute eine Lanze. Denn normalerweise bin ich niemand, der sein Leben in den sozialen Medien ausrollt und seine Gefühle offen in die Welt trägt. Aber ich denke, speziell bei dieser Sache mache ich eine Ausnahme. Doch worum geht es eigentlich in diesem Post und warum ist es etwas Persönliches: Ich möchte über eine Erfahrung und natürlich über das Thema Innovation sprechen. Es geht um nichts mehr, als sich zu trauen. Wenn wir von Innovation sprechen, denken wir immer an den Aufbruch: Gute Ideen haben, mutig sein, Zeit und Geld investieren und die Erfolge ernten. Das ist, worum es geht. In der Realität haben viele Unternehmen – und damit letztendlich die darin arbeitenden Menschen Angst davor, die drei vermeintlich einfachen Schritte zu gehen. Entweder bleibt es gleich bei der Idee, oder man gibt irgendwo auf dem Weg zum Erfolg auf. Doch Durchhalten lohnt sich. Ich habe es selbst in den letzten zwei Jahren erlebt:

Aus dem Kinderzimmer in die große Welt

Seit nunmehr mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich direkt oder indirekt mit dem Thema Innovationen im Kontext technologieorientierter Unternehmen. Bereits als Kind habe ich in der Werkstatt meines Großvaters gefeilt, geschweißt und Dinge auseinandergebaut. Beim Letzteren gab es nicht selten Ärger. Denn irgendwie waren danach immer augenscheinlich überflüssige Bauteile übrig, die ich einfach nicht mehr benötigt habe. Heute weiß ich, dass diese Vorgehensweise “kaputt reparieren” genannt wird. Aber egal. Es hat Spaß gemacht. Später kamen dann Experimentierkästen und weitere Dinge dazu. Ein spannender Tag in meiner Kindheit war ein solcher, der technische Abenteuer und kleine Erfindungen bot. Später habe ich dann sozusagen mein Hobby zum Beruf gemacht. Immer mit dem Ziel vor Augen Innovationen zu entwickeln und Ideen zu vermarkten. Und so habe ich auch die ersten Jahre im Berufsleben damit verbracht.

Erfolgsgeschichte LOOPINGS Innovation Systems Werkzeug

Eines war mir immer klar: Ich wollte irgendwann mein eigenes Unternehmen aufbauen – das tun, was ich liebe. Heute Flugzeuge mitentwickeln und morgen vielleicht die perfekte Küchenmaschine. Dann kamen Kinder und die Karriere nahm auch seinen positiven Lauf. Mit der Karriere kamen Geld und Sicherheit. Trotzdem konnte und wollte ich meinen Traum nicht loslassen. So kam es dann, dass ich 2019 die Entscheidung getroffen habe, quasi mein Hobby zum Beruf zu machen. Alles fühlte sich klasse an. Ich bin mit engen Vertrauten zwei Tage in ein Hotel gefahren und habe den Grundstein gelegt. Natürlich hatte ich alles Denkbare berücksichtigt und auch Pläne für Dinge, die schief gehen konnten. Alles schien aus der derzeitigen Perspektive einfach. Ich hatte schließlich noch ein sehr gutes Einkommen, eine Führungsposition, einen tollen Firmenwagen und alle anderen Faktoren, die man sich so vorstellen kann. Sechs Monate später war es dann so weit. Ich habe meinen klasse Arbeitgeber verlassen, meine Sachen und Statussymbole abgegeben und mich verabschiedet. Also alles lief nach Plan. Aber um ehrlich zu sein, lief gar nichts nach Plan.

Neue Herausforderungen

Am gleichen Tag habe ich auch unsere jüngste Tochter aus der Kita abgeholt. Samt allen Dingen, denn es war eine besondere Zeit. Corona hatte die Welt in die Zange genommen. Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag. Es war sonnig und der Frühling lag in der Luft. Wir gingen in den Garten und haben im Sand gespielt. Für meine Tochter war alles wie immer. Für mich hingegen nicht. Ein wahrliches Schlüsselereignis (so nennen wir das ja in der Strategie) hatte mich eingeholt, meine Pläne auf den Kopf gestellt. Ich war ratlos und um ehrlich zu sein, überaus verunsichert und traurig. Und natürlich war ich auch am Zweifeln. Nach drei Tagen hatte ich das allerdings überwunden und war wieder voller Tatendrang. Es sollte und musste ja weitergehen. Ich war nicht bereit, meinen Plan aufzugeben. Zwei Wochen später ereilte uns dann ein weiteres Schlüsselereignis: Meine Frau hatte durch Corona ihren Job verloren. Jetzt hieß es stark sein. Ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte nicht ans Aufgeben gedacht. Einmal gehobene Mittelschicht und zurück dachte ich mir. Aber auch das haben wir überwunden. Mit einer positiven Grundhaltung, Ehrgeiz, Fleiß und ein paar Schrammen natürlich.

Gestärkt aus der Krise

LOOPINGS Innovation Systems Angst vor Innovation Krise meistern

Heute, zehn Monate später, schaue ich auf diese doch sehr intensive Zeit gestärkt zurück. Inzwischen hat meine Frau ihren Traumjob gefunden, ist glücklicher als zuvor und mein Unternehmen entwickelt sich nach aktuellem Stand sehr gut. Übrigens deutlich besser als das betriebswirtschaftliche Best Case Szenario, welches ich seinerzeit mit viel Arbeit und unter Berücksichtigung aller mir bekannten Faktoren aufgestellt habe. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme und morgen kann alles wieder anders aussehen, aber mit Zuversicht gelingt doch erstaunlich viel. Doch warum erzähle ich das alles? Nun, ich suche kein Lob und ich möchte hier auch keine Erfolgsstory schreiben. Es geht um etwas ganz anderes. Es geht darum, dass alles damit anfängt, sich zu trauen und auch bei Widerständen weiterzumachen, auch wenn man damit ein wenig Kontrolle abgibt. Egal, wie viel Zeit wir in die Planung investieren. Spätestens bei Schlüsselereignissen wird eine verlässliche Antizipation der Zukunft schwierig. Fragen Sie doch mal in ihrer Marktforschung, ob eine weltweite Viruspandemie irgendwo berücksichtigt wurde und falls ja, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet wurde. Oder schauen sie sich Studien oder die KPI’s ihres Innovation-Controllings an. Nicht alles ist planbar und nicht jedes Risiko kann im Vorfeld beseitigt werden.

Innovation startet im Kopf

Innovation fängt in unseren Köpfen an. Wir alle sind es, die den Unternehmen, in denen wir arbeiten, den Geist geben. Das, was magic ist. Und wenn wir uns aus der Komfortzone trauen und unserem Bauch folgen, dann kann Gutes und Neues entstehen. Nein, das ist kein Aufruf Gründer zu werden. Es geht vielmehr darum, in den Unternehmen mutig voranzugehen. Insbesondere bei der Weiterentwicklung von Unternehmen z.B. durch Innovationen. Es lohnt sich zu beginnen und ja, es kann und wird sich manchmal schlecht anfühlen und auch so, dass Aufgeben leichter erscheint. Was aber am Ende wartet, kann überaus lohnenswert sein und die Mühen vergessen lassen. Vielleicht ist die nächste Innovation ja eine solche, die sämtliche KPI’s im positiven Sinne sprengt. Geben Sie sich und ihrem Unternehmen eine Chance. Denn eines ist garantiert: Die Komfortzone zu verlassen macht uns mutig und öffnet den Raum für wiederum Neues. Und damit passiert dann letztendlich Transformation. Und jetzt los: Auf zu neuen Ufern: Dort wartet der Erfolg von morgen: Persönlicher Erfolg und Unternehmenserfolg!

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Und noch eine Sache: Ich möchte allen Freunden und Wegbegleitern danken, die mir Mut zugesprochen haben, als ich nicht weiter wusste. Das hat mir sehr geholfen. Vielleicht kennen Sie ja auch jemanden im Unternehmen, dem man bei einer guten Sache Mut zusprechen sollte. Tun Sie es! Denn es hilft ungemein.

Hier finden Sie meine persönliche Geschichte als PDF-Datei.